Zul Gurub und der erste Raid eines Jägers

Ich habe ein wenig über den gestrigen ZG-Raid nachgedacht, im Folgenden ein paar persönliche Kommentare dazu, ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Richtigkeit (einige Berichtigungen sind aufgrund fachlich korrekter Einwände von Gildenmitgliedern vermerkt). Ich fand es erst einmal positiv, dass wir gildenintern 20 Leute für ZG zusammen bekommen haben. War schon toll, so viele aufzufahren, gerade auch dann, wenn andere Spieler an uns vorbei gelaufen sind. Für mich ein tolles Zeichen der Gildenentwicklung.

Für mich selbst war der Raid nicht uninteressant, aber unterm Strich auch nicht sonderlich attraktiv. Ich versuch es mal mit ein wenig Reflexion aufzuarbeiten *g*. Folgende Gründe:

  • Ein Raid verlangt nicht nur Disziplin im Spiel, sondern auch im TeamSpeak. Insofern fiel viel von dem Spaß, den man in einer 5er-Instanz haben kann, unter den Tisch. Wobei ich mir vorstellen kann, dass es trotzdem noch lustiger war als bei 40er, gildenexternen Raids. Also: geringer Spaßfaktor.
  • Ich bin nicht so der Freund von Massenveranstaltungen, ist also schon ein ziemliches Gewusel mit 20 statt 5en.
  • Schlichtweg ermüdend war die mangelnde Action. Als DD hieß es gerade bei den Mobs vor den Bossen ewig warten bis  das „Damage Go“ kam. Oft konnte ich dann gerade mal einen Schuss anbringen und der Mob war hin und es hieß wieder warten auf das Zeichen. Also: erhöhte Langeweile.
  • Wir waren recht lange unterwegs. In der Zeit habe ich 146 Rufpunkte bei den Zeladoniern angesammelt – von 3000 notwendigen, um überhaupt mal auf freundlich zu kommen. Also: extrem geringe Rufausbeute. (Nachtrag: Hexenmädchen wies mich darauf hin, dass es natürlich wenig Ruf gab mangels gelegter Bosse)
  • Ein weiterer Anreiz sind die Items. Ich konnte in der ganzen Zeit EIN (!) einziges Mal looten (als Jäger steht man naturgemäß relativ weit weg vom Mob und braucht besonders lang, bis man da ist). Dabei war Geld drin, das natürlich geteilt wurde. Das erbeutete Geld dürfte die Reparaturkosten gerade mal so gedeckt haben. Ansonsten gab’s absolut nix, verteilt wurde von den Sachen, die der Plündermeister gesammelt hatte, während meiner Anwesenheit bis Mitternacht nichts. Also: Null Beute. (Kommentar: Zeug liegt auf der Gilden-Bank, wird verteilt an den, der Bedarf hat. Würde auch bei erfolgreichen Raids mehr abfallen.)
  • Dazu kommt, dass die Dropraten für geile Klassenitems oft nicht sonderlich hoch sind. Wenn dann noch 5 oder 6 Jäger zusammenkommen, wird es fast schon illusorisch, etwas nettes mit Heim zu bringen. Also: die Loothoffnung tendiert gegen Null.
  • Spielanreiz Strategie. Okay, da war gleich die Hohepriesterin eine Herausforderung, so dass diesem für mich sehr wichtigen Anreiz durchaus entsprochen wurde. Allerdings nivellierte sich dies auch wiederum dadurch, dass ich meine Skills als Jäger kaum ausreizen konnte. Ich hatte es im TS ja bereits erwähnt, dass Fallen stellen eine unserer wichtigsten Möglichkeiten darstellt. Durften wir allerdings nicht einsetzen, obwohl ich dazu durchaus einige Ideen hatte. Es ist natürlich eine große Herausforderung an die Raidleitung (in diesem Fall Maj und Androsch), die Anwesenden möglichst optimal einzusetzen – und ich weiß nicht, ob sie die Möglichkeiten der Jäger hier wirklich adäquat einschätzen und einsetzen können. Wenn aber – wie in diesem Fall – der Jäger die mit Abstand am meisten vertretenste Klasse im Raid ist (waren wir nicht 6 von 20?), muss man seine Skills wirklich nutzen, da alles andere Verschwendung ist, die wir uns – wie die Niederlagen gegen die Hohepriesterin gezeigt haben – nicht leisten können.
  • Dies führt mich zu einer weiteren Anregung. Ich war meines Wissens der einzige Beastmaster unter den anwesenden Jägern, alle anderen waren auf Treffsicherheit geskillt. Dazu hatte ich aufgrund des Kriegermangels ein absolutes Tankpet dabei, das wenig Schaden macht, während alle anderen Offensivpets dabei hatten. Außerdem habe ich für einen 60er eine relativ schwache Ausstattung, vielleicht die Schlechteste von allen (die drei üblichen Teile vom T0-Set, keine PvP, Ruf oder Raid-Belohnungen, das war’s). Zudem schien ich von allen Leuten im Raid mit am wenigsten Heilung zu bekommen (nur Dia bekam noch weniger) und starb trotz Verbänden und Tränken mit am Schnellsten, wenn ich die Hohepriesterin mal auf mir hatte – mir blieb also weniger Zeit, um Schaden zu machen. Diese Kombination hätte an sich dazu führen müssen, dass ich als Jäger damagemäßig den letzten Platz belegt hätte. Zudem ich anfangs kaum zum Zuge kam und mich bei den letzten Versuchen mit Flächenschaden zurückgehalten und entsprechend Anweisung die Hohepriesterin statt der Fledermäuse attackiert hatte. Und trotzdem war ich nach Rhion der Jäger, der den meisten Schaden gemacht hat – unser Mage hat mich aufgrund des Flächenschadens erst beim letzten Angriff von Platz 3 der Gesamtschadensliste verdrängt. Ich glaube nicht, dass ich so supertoll und 100%ig ausgefuchst spiele. Wenn ich trotzdem einige andere Jäger der Gilde im Raid schadensmäßig hinter mir lasse, drängt sich die Frage auf, ob sie ihren Char nicht besser spielen könnten. Ich bitte dies als Anregung zu verstehen, sich etwas intensiver mit seinem Char zu befassen, nicht als Kritik – denn wenn wir so viele Jäger in der Gilde haben, werden wir alleine nicht erfolgreich in Raids sein, wenn diese nicht wirklich gut gespielt werden. Und gleichzeitig ist es auch wichtig für das Ansehen der Jäger überhaupt – ich erinnere daran, wie viele uns nicht mit in Instanzen nehmen wollen, gerade weil viele Leute ihren Jäger nicht wirklich gut spielen können oder aufgrund mangelnder Petkontrolle ganze Gruppen in den Abgrund reißen.
    Also zum Thema Strategie: hat mir an diesem Abend nicht sonderlich Spaß gemacht, könnte aber durchaus einen Anreiz für weitere Raids bieten. Was dann noch bleibt: ich lerne etwas Neues kennen, also Gegenden und Herausforderungen von WoW, die sonst verborgen bleiben. Und ich bin mit der Gilde unterwegs, teile meinen Teil dazu bei, dass wir als Gruppe etwas wuppen können.

Unterm Strich habe ich für mich entschieden, den ein oder anderen Raid einmal mitzumachen, um weitere Erfahrungen zu sammeln. Allerdings eher gildenintern oder – wenn schon gemischt – dann mit der Bruderschaft. Alles andere nur spontan.
Ansonsten werde ich mich lieber darauf konzentrieren, mit 5er-Gruppen in Instanzen zu gehen: mehr Spaß, mehr Items, mehr Action!

 
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Aus der alten 2006er-Kurzvorstellung bei der Gilde Celeb Rana: "Jäger, der gern mit seinem geliebten Pet tagelang allein durch die Wildnis zieht und deshalb anfällig dafür ist, von leichtbekleideten, jungen Damen zu Instanzen und Hordenjagden eingeladen zu werden ;-)". Seit...

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